Mit den in den letzten Stunden angekündigten Veränderungen haben sich meine Posts seit August bewahrheitet. Eine ausführliche Erklärung werde ich heute, aufgeteilt in zwei Posts, abgeben. Google verändert sich. Ob das aus heutiger Sicht gut für Google ist, bezweifle ich stark. Warum ich es bezweifle, folgt in der nächsten Post.

Diese Post habe ich am 12. September 2007 erstellt, jedoch nicht veröffentlicht, da ich befürchtete, meine Glaubwürdigkeit zu verlieren. Die hier beschriebenen Veränderungen sind nicht nur eingetreten, sondern werden durch die heutigen Nachrichten von Google bestätigt. Diese Veröffentlichung erfolgt ohne Veränderung der damaligen Inhalte.

Strategisches Internet Marketing

 als

SEO

 im

Web 2.0


Um

Strategisches Internet Marketing

 durchführen zu können, ist es unabdingbar, zunächst alle Strategien kennenzulernen. Erst dann erhält man die Fähigkeit, die Strategien der anderen verstehen und analysieren zu können.

Heute beschäftigen wir uns mit einer weiteren SEO Web 2.0-Strategie. Im Prinzip geht es sich um Empfehlungen. Ein Blog erstellt eine Post und spricht durch die Verlinkung auf eine Website eine Empfehlung aus.

Google bietet eine innovative Neuerung, die bisher nur zwischen Blogs funktionierte, jedoch bis vor einiger Zeit dennoch keine sofortigen Auswirkungen auf die Suchergebnisse hatte.

Google verwendet dazu soziale Verknüpfungen, wie es bereits im viralen Marketing (

Virales Marketing

) beschrieben ist, die Empfehlungen aussprechen und sich wechselseitig dabei unterstützen. Nichts anderes als die sozialen Effekte, die sich aus dem Web 2.0 ergeben.

Virales Marketing funktioniert unter anderem aus dem Zusammenspiel zwischen dem, der viele Informationen hat und ständig neue erhält (Google) und denen, die leidenschaftlich Informationen sammeln (Internetuser), um sie endlich verbreiten zu können und dadurch sogar noch aufblühen und ihr Selbstwertgefühl steigern.

Das Internet ist nichts anderes als ein großes Gehirn. Neue Informationen sozialer Verbindungen stellen das Bewusstsein dar. Alte, keineswegs unwichtigere Informationen das Unbewusstsein. Nun muss etwas aus dem Unbewusstsein (ugs. Unterbewusstsein) "nach vorne" geholt werden, damit es uns bewusst wird. Alles, was uns bewusst ist, ist somit AKTUELL.

Zusammenspiel zwischen Blogs und Websites
Nehmen wir ein Beispiel:

Du betreibst zwei Blogs (Blog 1, Blog 2) und drei Websites (Website 1 - 3).

In Blog 1 schreibst Du einen neuen Artikel, der auf einen Artikel in Blog 2 verlinkt.

Der Artikel in Blog 2 enthält Links zu Website 1 - 3.

Wie geht Google nun vor?

Google indiziert den neuen Artikel in Blog 1 durch "Ping".
Google indiziert, da Blog 1 auf einen Artikel in Blog 2 verlinkt, den alten Artikel in Blog 2 neu.
Google indiziert, da Blog 2 auf die drei Seiten der drei Websites verlinkt, diese neu. (unter bestimmten Voraussetzungen, solange die Verlinkungen sich in oder über umgebendem Text befinden)

Somit wird alter Content zu aktuellem Content, sobald jemand auf einen alten Content verlinkt. Eigentlich logisch. Wie bei sozialen Kontakten. Sobald jemand über ein altes Thema redet, wird es wieder aktuell.

Redet man dann einige Tage nicht mehr darüber, ist es wieder veraltet.

Warum indiziert Google nun auch den alten Content der drei Seiten Deiner drei Websites neu? Google betrachtet die Informationen, auf die neu verlinkt wird, als wichtige Informationen, über die aktuell gesprochen wird. Wenn somit die Informationen aus Blog 2 wieder aktuell durch Verlinkung werden, ist somit auch der Inhalt des Blog 2 wieder interessant und auch die Verlinkungen, da diesen unterstellt wird, dass sie themenrelevant nun wieder aktuell sein müssen.

Google News
Ein bedeutsames Instrument steht jeden Tag vor uns. Nur sehen wollen wir es nicht. Die Google News. Eigentlich eine relativ primitive Möglichkeit, einen Verbreitungseffekt (von News) zu erzeugen, ohne selbst wirklich an der Verbreitung beteiligt zu sein. Die Relevanz von News wird über den Aufruf der jeweiligen News kontrolliert und ermittelt. Aus diesem Prinzip heraus entstanden auch schon digg.com und YiGG.de. Der Versuch der Beobachtung der Nutzer von Google News ist jedoch nur teilweise effektiv, da man bisher nur das Klickverhalten der Leser protokollieren kann, jedoch noch nicht das Blickverhalten. ;-) Das Klickverhalten in den Google News wird bereits kontinuierlich in ausgewerteter Form veröffentlicht: Google News Besonders beliebt

YiGG.de geht einen Schritt weiter
Gerade YiGG.de hat hier allerdings schon bessere Möglichkeiten der Beobachtung als Digg.com und Google selbst integriert. Das Blickverhalten kann zwar auch weiterhin (noch) nicht kontrolliert werden, aber besteht bei YiGG.de die Möglichkeit im sogenannten Spy eine News bei Interesse einzusehen, ohne die News selbst überhaupt aufzurufen. Eine überzeugende Idee, die einen Schritt weiter geht als bisherige.

Google Maps Street View - Userverhalten analysieren
Kommen wir nun zu Google Maps Street View als weiteres Beispiel. Aus welchem Grund bietet Google wohl diese zum Zeitpunkt der Veröffentlichung völlig neue Art der Navigation an? Ist es wichtig, den Menschen Instrumente zu liefern, die eine große Hilfestellung bedeuten, oder ist es nicht bedeutsamer, von den Menschen zu erfahren, wofür sie sich eindeutig interessieren? Hier werden, wie wir der Presse entnehmen konnten, zunächst die deutschen BMW-Fahrer alle Informationen an Google liefern, die durch ihre Fahrten entstehen (BMW-Navigation über Google Maps). Welche Strecken werden gefahren und am meisten genutzt? Welche Stellen in Städten werden am meisten frequentiert? In welchen Hotels wird am meisten übernachtet? Wo kauft man am meisten ein? usw.

Google erhält dadurch wertvollste Informationen für ein strategisches Marketing. Informationen, die veräußert werden können an eine Vielzahl von Interessenten, die in Schlangen anstehen werden.

Fragen wie:
Welche Hotels haben die höchste Relevanz?
Welche Supermärkte haben die höchste Relevanz?
Welche zentralen Punkte können im Bereich der Außenwerbung mit höchster Relevanz definiert werden?
An welchen Stellen in Städten wird Außenwerbung am meisten gesehen?
Wo entstehen häufig Staus und verlangsamen den Verkehr, um dem Verkehrsteilnehmer mehr Zeit zu geben, Werbung zu betrachten? ;-)
Wo gehen Menschen am Wochenende hin? (Theater, Disco, Kino...)
Welche Einkaufszentren werden am stärksten frequentiert?
Welche Ärzte am häufigsten aufgesucht?
usw.

Google hat nunmehr Möglichkeiten gestartet, an Informationen zu gelangen, die in vielen Fällen nicht erlangbar wären, außer über diesen Weg. Die Relevanz von Internetseiten zu ermitteln, war nur der Anfang. Nun geht es sich in diesem Fall darum, die Relevanz von Orten zu ermitteln, um beste und höchstbezahlteste Werbeplätze zu definieren und Informationen erhalten zu können. Direkt zu Streetview.

Langfristige mögliche Absichten
Aus meiner Sicht befindet sich Google auf dem langen Weg, ein künstliches, neuronales Netz entstehen zu lassen, eine möglicherweise den Menschen übertreffende Form der künstlichen Intelligenz. Um etwas kopieren zu können (den Menschen), muss man es nur lange genug beobachten. Das hat uns auch schon ein Volk auf diesem Planeten bewiesen. ;-)

Neue Wege von Google
Der nun erfolgte Schritt der Umstellung stellt eine der wichtigeren Grundvoraussetzungen dafür dar.

Zunächst hat man Wege gefunden, die dazu führten, dass das zu beobachtende Etwas die Beobachtung zulässt (zumeist ohne es zu merken). Nun nutzt man die Möglichkeiten viraler Netzwerke, nämlich um seinen Erfolg dadurch zu erhöhen, dass man andere daran arbeiten lässt und somit sein eigenes Budget schont. Halt virales Marketing. Das Ziel ist definiert: AKTUELLSTE INFORMATION über alles, was auf diesem Planet geschieht. Und genau aus diesem einzigen Grunde interessiert sich Google für alle Social Media-Dienste extrem, da genau diese die Informationen liefern, die Google selbst nicht hat.

In der Fortsetzung SEO Web 2.0 - Mehr Manipulationsmöglichkeiten als je zuvor gehen wir etwas ins Detail und verknüpfen meine Beobachtungen mit den aktuellsten Geschehnissen.

EDIT: 21.02.2008
Damals sorgte dieser Post als auch der folgende für große Aufregung und ich wurde an den Pranger gestellt, da diese Aussagen im Oktober 2007 unglaubwürdig klangen.

Am 20.02.2008 erschien ein Artikel von Alexandra Sobek (sobek agency), der darüber in gleicher Weise berichtet:
Künstliche Neuronale Netze und Suchmaschinen




1 comments:

Norman N said...

Googgle eröffnet ja gerade die Socialapps sowie sein Social Network: DAS ist gerade das spannende im Moment.