Ich finde es interessant, welche Meinungen sich nahezu flächendeckend bilden, wenn ein Thema mit den gleichen Inhalten kontinuierlich in diversen Quellen behandelt und wiedergegeben wird. Aus Meinung bildet sich bei Menschen auf Dauer Wissen. Aus falschem Wissen Aggression, sobald Einzelne den Versuch unternehmen, Wissen zurück in Meinung umzuwandeln. Es fällt dem Einzelnen dann unglaublich schwer, einzusehen, dass sein Wissen fast ausschließlich aus Meinung besteht. Meinung anderer.

Die nunmehr offenbar öffentliche Meinung besteht aus der Kernaussage der letzten Tage. Ich habe nach dem Lesen zahlreicher Artikel in Blogs die Auffassung, dass das allgemeine Verständnis jetzt darin begründet ist, dass ein SEO ein Linkhändler ist und ein Linkhändler ein SEO.

SEO war, ist und wird viel mehr sein, als es jemals der Linkhandel allein war. SEO ist nun anspruchsvoller geworden. SEO bedeutete aber auch schon immer kontinuierliche Aneignung von neuen Möglichkeiten. Aber auch Spieldrang. Hierbei galt und gilt es nicht allein zu lesen, was andere SEOs schreiben, sondern die Fähigkeit zurück zu erlangen, Fragen zu stellen. Fragen entstehen nur durch Denken. Denken ist eine Fähigkeit, die wir auch hier in Deutschland immer mehr uns haben verdrängen lassen. Die allabendliche Programmierung durch das Fernsehen führt kaum noch zum Denken. Auch hier wird wieder aus Meinung Wissen.

Gehen wir nun von dem Gedanken ab, dass ein SEO ein Linkhändler ist, wissen wir, dass ein professioneller SEO bisher auch die Möglichkeit des Linkhandels angeboten hat. Nun müssen wir uns die Frage stellen, was ab jetzt, eigentlich seit 1. August, einen SEO auszeichnet.

Aus SEO wurde im Laufe der Jahre immer mehr Linkhandel. Jeder, der sich auch nur kürzeste Zeit mit dem Thema SEO beschäftige, konnte sehr schnell, verursacht durch das allgemeine "Wissen" der Öffentlichkeit, Linkhandel betreiben. Jeder Unternehmer war sofort davon zu überzeugen, dass der Erwerb von Links zu besserer Auffindbarkeit in Google führte. Und das konnte nicht sein.

Wenn man überlegt, hat jede Internetagentur, selbst die, die nur aus einem Programmierer und einem Geschäftsführer bestand, automatisch SEO mit angeboten, obwohl es eigentlich eine Wissenschaft ist und nicht bedeutet, dass der Kauf von ein paar Links unmittelbar dazu führt, seine Werbeagentur als SEO-Agentur bezeichnen zu können.

Und daher hat Google absolut Faszinierendes gemacht. Nicht nur im eigenen Interesse, nun endlich einen großen Sprung "Vorsprung" vor allen anderen zu machen, und das Thema Aktualität als Hauptthema zu definieren, sondern auch im Interesse aller. Aller gewerblichen Unternehmen und Konzerne. All derer, die ihre berufliche Existenz im Internet begründet haben.

Die Möglichkeiten zur Suchmaschinenoptimierung sind nun vielfältig, einfach nur genial und fordern nun endlich den Großteil der SEO-Agenturen auf, sich mit neuen Dingen zu beschäftigen. Es gilt nicht mehr, was einmal erlernt wurde, ist die Basis für gute Geschäfte, sondern Kontinuität im Lernen. Die Anzahl der Faktoren, die zu einer guten Position in den SERPs führen, hat sich erhöht. Dieses fordert mehr von SEOs. Viele Faktoren lassen sich derzeit noch nicht nachlesen. Denken ist angesagt. Aus Denken entstehen Fragen. Und Fragen muss man sich häufig selbst beantworten und wenn man dieses nicht kann, muss man sich die Antwort erarbeiten.

Aus Kontinuität im Lernen wird aber auch gleichzeitig Kontinuität in der Suchmaschinenoptimierung. Dieses bedeutet für jeden, der seine Seite optimieren bzw. optimieren lassen will, dass es nicht mehr heißen kann: "2 - 3 Monate müssen Sie uns schon lassen, um ihren Auftritt zu optimieren." - Denn ab jetzt heißt es: "Sie gehen mit uns eine langfristige Geschäftsbeziehung ein. Dazu sollten wir uns gegenseitig besser kennenlernen und häufiger miteinander umgehen. Denn ihre Gedanken und Wünsche werden mit unseren Fähigkeiten verschmilzen müssen."

Social Communities, auch im Bereich Business-to-Business. Der Anfang.

Ich möchte mich abschließend entschuldigen, dass ich moderne Begriffe wie nachhaltig und ganzheitlich nicht verwendet habe.




8 comments:

Marc Köberlein said...

War es nicht schon länger so, dass man praktisch nie am Ende ist mit der Optimierung ? Schon allein aus dem Grund, dass andere auch optimieren.
Eine Zetlang war es sicher ein Rennen um Links (... und wenn der letzte Webkatalog gefunden ist, werdet ihr merken, dass Google nicht alle Links essen will).
Ich bin ein Amateur und gehe daher bei allem auf Nummer sicher und verlasse mich darauf dass mir ein paar Grundprinzipien helfen:

1. Eine einfache Struktur, die es Google leicht macht, meine Seite einzulesen
2. Lieber einen guten Link als 10 fragliche (oder wenn alle fraglich sind, dann auch mal keinen)
3. keine Links kaufen (hab ich nie gemacht)
4. keine Webkataloge mit Backlinkpflicht wählen (ich trage sie allerdings ab und zu in Social Bookmarking Sites ein)
5. und nicht zuletzt regelmässig frischen Content. (ist ne Menge Arbeit, wenn man wirklich gut schreiben will) kurze Blogeinträge sind oft schnell verfasst aber echte Artikel kosten viel Arbeit (Quellenforschung, Quellen vergleichen) - bei so etwas merkt man auch, dass auf Wikipedia viel Mist steht (zumindest in vielen kleineren Details)
6. daher ergänzend auch: Nicht von Wikipedia abschreiben (oder umformuliert abschreiben) aber darauf achten, dass man mehr schreibt, als auf Wikipedia steht (also mehr Fakten - mehr schreiben ist ja eifach)
Unsere Firmenwebsite ist mit den 3 Hautpbegriffen so unter die ersten 30 Ergebnisse gekommen, meine zweite eher private Website ist schon bei einigen Begriffen weit nach vorne gerückt. Könnte besser sein aber besser vorsichtig und langsam nach vorn als schnell auf die Nase zu fallen.

Als "SEO" sollte man sich in geduld üben.

Baynado @ Blogger said...

Wieder einmal ein sehr schön geschriebene Artikel mit viel Wahrheitsgehalt meiner Meinung nach. ;-)

Wulffy said...

Danke, baynado! Ich weiß, dass ich es kann. Nur oft fehlt die Zeit. Aber das kennst Du ja sicherlich auch. ;-)

Anonymous said...

Sehr gelungener Artikel, Daumen hoch,

Till

Wulffy said...

Marc, sehr schön geschrieben! Ich kann Dir zustimmen, dass ein echter Artikel viel Arbeit darstellt, die oft deutlich unterschätzt wird. - Ich denke aber, dass Du Dir die Finger wund
schreiben wirst in Zukunft. Bitte verfolge meine Posts.

Ich erkenne derzeit nahezu nichts am Google Algorithmus, was dazu führen könnte, eine Website dauerhaft nach oben zu bringen, es sei denn, man optimiert 3 - 7 mal die Woche. Oder man betreibt schon länger eine Website, die durch einen Teil der alten Optimierung noch oben gehalten wird.

Optimierung kann aber auch durch dynamische Inhalte bestimmter Art erfolgen, wobei diese IMMER im Quelltext als Information und nicht als Code erscheinen müssen und NICHT nur vom Besucher lesbar sein dürfen.

Du musst nun als "SEO" kontinuierlich an Deinem Erfolg arbeiten. Bitte keine Geduld mehr.

Wulffy said...

Till, vielen Dank für Deinen Kommentar und das Lob!

Mockel said...

Schon länger verfolge ich diesen Blog, da ich von SEO nicht viel verstehe. Bei einem neuen Projekt habe ich einen professionellen SEO eingeschaltet und für die Haupt-Domain und drei Subdomains mit klaren Zielen beauftragt. Immerhin ist ein vierstelliger Betrag geflossen, dummer weise vorab. Eine andere Website von mir steht bei Google seit 4 Jahren auf Platz 1 und 2 bei den wichtigsten Stichworten, ohne dass ich etwas davon verstehe (sicherlich eine Spezialisierung, aber immerhin bis zu 98.000 Mitbewerber) Pagerank 2 haut keinen von den Socken. Mag sein, dass der Inhalt den Ausschlag gibt, aber der wird nur sporadisch erneuert. Beim neuen Projekt sind nun auch Subdomains zum Einsatz gekommen, die Suchbegriff-optimiert wurden. Aber die vom SEO betreuten Seiten liegen hinter den von mir zum sportlichen Vergleich gestalteten Seiten. Komischerweise liegen alle meine Seiten vorne. Nun mag man vielleicht sagen, der SEO ist schlecht, aber das wäre zu einfach.
Ich glaube, es geht zu wie an der Börse - es gibt viele unterschiedliche Theorien und Strategien und am Ende sucht man Erklärungen, warum es geklappt hat oder nicht.
Sicher ist, es kann immer nur einer vorne sein, beziehungsweise gewinnen!
WEB 2.0 kommt mir vor wie der "neue Markt" an der Börse, und man muss sehen, ob da eine Blase platzt.
Was Marc schreibt, trifft auch auf uns zu und ich bereue das ausgegebene Geld für meinen SEO.
Analyse der eigenen Seiten im Vergleich zu Mitbewerbern bei wichtigen Stichwörtern ist das wichtigste Tool im Kampf um die guten Plätze. Interessante Inhalte und gute Produkte sind aber letztendlich entscheidend für gute Umsätze und Gewinne.
Daher bin ich immer noch der Meinung, dass Content, einfache Strukturen, und prägnante Seitentitel die wesentliche Basis für Erfolg bei Google darstellen.
Der Restvieler SEO-Blogs erinnert mich an Börsenkommentare.
Trotzdem verfolge ich diesen Blog aufmerksam und habe viel gelernt.
Vielen Dank dafür.

Mockel

Wulffy said...

Hallo Mockel, vielen herzlichen Dank für diesen ausführlichen Kommentar, der diesem Blog (und mir) gut tut! Beste Grüße, Wulffy