Eine nicht ganz erstgemeinte Betrachtungsweise von Social Bookmarking aus kapitalistischer Sicht.



Unsere Internetseite als "Produkt"
Mit unserer Internetseite bieten wir ein "Produkt" an. Betrachten wir uns als eine "Gesellschaft mit kapitalistischer Produktionsweise", da sich unser "Eigentum" durch "Lohnarbeit" anderer vermehrt. "Lohnarbeit" stellt aber im Falle von Social Bookmarking eine entgeltfreie Dienstleistung durch den Besucher unserer Seite dar. Um diese entgeltfreie Leistung erhalten zu können, müssen wir dem Besucher einen persönlichen Nutzen aufzeigen. Bisher setzt man nahezu immer voraus, dass jeder ihn kennt.

Mit Social Bookmarking einen Mehrwert vermitteln
Unser Interesse ist Kapital und die Vorstufe davon: Geld. Es stellt den Zweck der Produktion von Content für uns dar. Content zu produzieren, bedeutet für uns Arbeit. Arbeit, die nicht zu Geld wird, ist wertlos. Unser Ziel ist ein Mehrwert für uns, also eine Vergrößerung der ursprünglichen Geldsumme. Diese können wir nur erreichen, in dem wir dem Besucher mit Social Bookmarking einen Mehrwert für ihn selbst vermitteln.

Bedürfnis beim Besucher erzeugen
Dieser Post soll aufzeigen, dass der Besucher erst dann ein Bedürfnis entwickelt (zu bookmarken), wenn ihm ein für ihn logischer Nutzen aufgezeigt wird. Wir können uns nicht damit herausreden, dass der Social Bookmarking-Anbieter (oder die Öffentlichkeit) diese Aufgabe bereits übernommen hat bzw. übernehmen muss, sondern müssen selbst auf unserer Seite tätig werden. Nur dadurch, dass ein Mensch auf vielen Seiten Social Bookmarking-Buttons sieht, wird er sich noch lange nicht bei einem Social Bookmarking-Dienst anmelden. Biete daher jedem Besucher eine Informationsseite über Social Bookmarking an.

Besucher steht unter unserer Kontrolle
Es muss ein Weg gefunden werden, der den Besucher für uns zu einem "Arbeiter" umwandelt. Denn der Arbeiter steht lt. Karl Marx unter Kontrolle des Kapitalisten, dem die Arbeit gehört. Die Arbeit ist das Bookmarken. Der Arbeiter soll diese Leistung für uns erbringen.

Lt. Karl Marx nutzen wir die mit unserem Angebot "gegebene Macht", "sich in bestimmtem Umfang die Produkte fremder Arbeit anzueignen". Fremde Arbeit stellt die Arbeit des Besuchers dar, der bookmarked und somit ein Produkt, den Backlink von einer Social Bookmarking-Seite, erzeugt.

Ein Prinzip von Karl Marx könnte man auf Social Bookmarking übertragen: Zunächst erfolgt die "Analyse der Ware" (unseres Angebotes), dann wird ein Social Bookmark angelegt (ein Bookmark "in seiner Elementarform"), woraus sich eine "ungeheure Warensammlung" bildet, die den "Reichtum der Gesellschaften" (Social Bookmarking-Dienste) definiert. Das mag ein höheres Ziel sein, welches uns aber nicht interessiert. Unser Interesse liegt ausschließlich im "Reichtum" unserer "Gesellschaft" begründet.

Faktoren zur Zielerreichung
Betrachten wir die Faktoren:
- Besucher soll im Social Bookmarking persönlichen Nutzen
  sehen/regelrecht ein Bedürfnis entwickeln, es tun zu müssen
- Besucher soll unser Angebot zum Social Bookmarking
  annehmen und nutzen
- Besucher soll Bookmark in seinem (oder einem durch ihn
  neu angelegten) Social Bookmarking-Account erzeugen

Karl Marx:
"Die Anwendung des Gebrauchswerts ist der – produktive oder individuelle – Konsum. In dem kommt es an auf die nützliche Beschaffenheit der Sache – nicht darauf, ob zu ihrer Hervorbringung viel oder wenig Arbeits-Aufwand nötig war."

Der Gebrauchswert stellt in diesem Fall der Bookmark in dem Social Bookmarking-Account des Besuchers dar. Der Konsum ist die Nutzung des Social Bookmarking-Angebotes durch den Besucher. Den Besucher interessiert es dabei nicht, wieviel Arbeitsaufwand uns die Bereitstellung dieses Angebotes zum Social Bookmarking gekostet hat, sondern einzig und allein der Nutzen, den er von einem Bookmark erhält, demnach "die nützliche Beschaffenheit der Sache".

Unbewusste, einseitige Abhängigkeit
Unbewusst gehen wir von einer einseitigen Abhängigkeit aus. Wir glauben, dass wir abhängig vom Besucher sind. Denn nur er kann unsere Seite bookmarken.

Wir müssen daraus eine gegenseitige Abhängigkeit entstehen lassen, in dem wir ein für den Besucher wichtiges "Produkt" bieten und ihn dadurch nötigen, sich an unser "Produkt" erinnern zu müssen. Wir müssen ihm darlegen, dass sich die für ihn einfachste Art und Weise der Erinnerung über einen öffentlichen Bookmark anbietet.

Social Bookmarking ist Bedürfnisbefriedigung
Erzeuge ein (menschliches) Bedürfnis für Deine Besucher. Zeige auf, dass Social Bookmarking nützlich und angenehm für sie ist. Sobald die Besucher den Nutzen und die für sie persönlichen Vorteile erkannt haben, entwickeln sie über den Nutzen ein Bedürfnis. Ist dieser Punkt erreicht, müssen die Besucher bookmarken, um ihr Bedürfnis zu befriedigen, ansonsten bleibt es unerfüllt. Ohne Gebrauchswert (Bookmark) ergibt sich sonst kein Wert für den Besucher und somit keine Bedürfnisbefriedigung.

Bookmark dem Besucher als Belohnung vermitteln
"Lohnarbeit" stellt im Falle von Social Bookmarking eine entgeltfreie Dienstleistung durch den Besucher unserer Seite dar. Erst dann, wenn dem Besucher bewusst wird, dass seine Arbeit, einen Bookmark zu setzen, am Ende dadurch belohnt wird, dass er einen für ihn wichtigen Inhalt später wieder auffinden kann, entsteht eine gegenseitige Abhängigkeit:

Lohnarbeit teilt sich in Arbeit und Lohn.

Arbeit = Bookmark
- Du bietest Bookmark an.
- Besucher bookmarked.

Lohn = Auffindbarkeit
- Deine Seite wird auffindbarer durch Bookmark.
- Besucher zieht durch Bookmark persönlichen Vorteil, in dem
  er Deine Seite einfacher (oder überhaupt) wiederfindet.

Arbeit + Lohn = Zufriedenheit
- Du bist zufrieden (und befriedigt).
- Besucher ist zufrieden (und befriedigt).

Social Bookmarking-Account dem Besucher anbieten
Vielleicht hat der Besucher noch keinen Social Bookmarking-Account. Dann wäre Dein Angebot, einen Bookmark zu Deiner Seite zu setzen, sinnlos. Es sei denn, Du bringst ihn dazu, einen Social Bookmarking-Account anzulegen. Sehr wahrscheinlich wird er dann Deine Seite als erstes Bookmark speichern. Noch wahrscheinlicher, wenn Du es ihm mit einem bereits ausgefülltem Bookmark direkt anbietest. (siehe Post: Wie Besucher Social Bookmarking endlich nutzen (am Beispiel Mister Wong))

Informationsseite über Social Bookmarking
Als Beispiel habe ich eine Informationsseite angelegt: Social Bookmarking. - Führe nur eine stichwortartige Auflistung auf. Auf keinen Fall lang zu studierende Inhalte. Konzentriere Dich auf den Nutzen für den Besucher und stelle diesen in den Vordergrund.

Integriere auf dieser Seite auch eine erkennbare Möglichkeit, Deine Hauptseite aufzurufen. Achte darauf, dass sie sich in einem neuen Fenster öffnen muss, damit sich ein Besucher, der direkt von extern auf diese Informationsseite gelangt, von Deiner Seite einen Überblick verschaffen kann, ohne dass die Informationsseite wieder verschwunden ist.

Bedenke: jede weitere Unterseite, die Du online stellst, liefert Dir weitere Besucher.

Fazit
Wir haben eine neue Art des Social Bookmarkings Wie Besucher Social Bookmarking endlich nutzen (am Beispiel Mister Wong) und die Möglichkeit, Social Bookmarking in unsere e-mail-Signatur einzubinden, kennengelernt. Nun auch, dass wir unsere Besucher kontrollieren bzw. beeinflussen können, in dem wir aktiv sind und uns nicht darauf verlassen, dass andere diese Aufgabe bereits erfüllt haben. Auch beim Social Bookmarking zählen eigene Ideen und Verbesserungen. Jeder öffentliche Bookmark unserer Seite bringt auch uns weiter. Und wenn das Social Bookmarking bei uns erst einmal richtig läuft, führt es zu "endloser Vermehrung".

Diesen Post bookmarken: (Es dauert nur 3 Sek.)
Wie Karl Marx Social Bookmarking optimieren würde
(Bookmark-Formular bereits ausgefüllt)

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2 comments:

U9TA Gründer said...

Mit Verlaub, werter Wulffy, nach Herrn Marx hättest Du diese Zeilen gar nicht geschrieben. Auch die Textproduktionsmittel würden genauso wie zB Suchmaschinen verstaatlicht. Da aufgrund der sozialen Gerechtigkeit dann jeder an 1000ster Stelle der Suchmaschine stehen würde (die ersten 999 Plätze sind für Seiten von verdienten Funktionären des Internetvolkes reserviert) wäre auch SEO und Dein Blog überflüssig (und Du würdest stattdessen in einem Social Bookmarking Kombinat Links schaufeln und 10 Jahre auf Deinen eigenen Privatcomputer warten).

Nichtsdestotrotz, das Thema war einen Versuch wert ;))
MfG, Rick von U9TA

Wulffy said...

Hi Rick, schön, Dich wieder zu lesen! Der Kommentar war richtig gut! Ich wäre dann natürlich ein staatlicher Blogger und würde in der Top 10 der SERPs stehen! ;-) - Beste Grüße, Wulffy