Nicht nur manchmal, sondern oft sieht man den Wald vor Bäumen nicht. Besser das Web vor SEOs nicht.

Über die Entwicklung des Webs,
Suchmaschinenoptimierer und SEO-Faktoren



In den letzten drei Wochen nach dem Blogpost PageRank 7 habe ich natürlich keine Pause gemacht, wie es den Anschein vielleicht gehabt hat. Kein Tag vergeht ohne SEO, ohne Lesen und ohne Tests.

Was bringen uns all diese SEO-Seiten und SEO-Blogs, wenn sie uns nicht weiterhelfen. Wozu all die Zeit, die wir zum Lesen aufwenden, investieren, wenn sie uns nicht weiterbringt. SEOs zeigen maximal Don'ts auf, aber niemals Do's. Bis auf einige wenige Ausnahmen, die sich nicht in Deutschland befinden und die nicht (mehr) so sehr in der Öffentlichkeit stehen, wie die bekannten SEOs, um die soviel Wirbel gemacht wird.

Um SEO zu werden, ist sehr, sehr viel Zeitaufwand notwendig, aber nicht, weil es komplex ist, Seiten zu optimieren, sondern weil man sich mit zuviel Desinformation beschäftigen muss und es lange dauert, bis man die wirkliche Information herauszufiltern erlernt hat. Noch dazu, und hier wird, je mehr SEOs in die Öffentlichkeit treten, die öffentliche Meinung immer klarer, verraten SEOs keine Geheimnisse.

Desinformation beschreibt SEO in erster Linie


Niemand kann es besser ausdrücken als Wikipedia:
Mit Desinformation bezeichnet man die Verbreitung falscher oder irreführender Informationen. Motivation der Desinformation ist, wenn sie nicht tatsächlich irrtümlich geschieht, die Beeinflussung der öffentlichen Meinung oder die Beeinflussung von Gruppen oder potenziellen Käufern, wobei möglicherweise die bewusste Irreführung nur von der obersten zuständigen Ebene geplant und entschieden wird und z. B. Massenmedien z. T. selbst in die Irre geführt werden und diese Falschinformationen in evtl. guter Absicht verbreiten.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Desinformation

Free SEO-Tools helfen nicht


All diese Free SEO-Tools helfen zu 95% nicht weiter. SEOs wissen, was sie mit den Online-SEO-Tools erreichen: einen Linkbait. Mehr nicht. Mit diesen Tools hier und da testen, ob irgendwo irgendetwas drin steht, führt in der Gesamtheit zu nichts. Solange man nicht die Grundprinzipien beherrscht und die Zusammenhänge verstehen kann, kommt man nicht weiter. Und wenn man dann soweit ist, verwendet man diese Linkbait-SEO-Tools überhaupt nicht mehr.

Es ergeben sich so viele Fragen, die man nicht beantworten kann, obwohl eigentlich viele Bestandteile der Antworten bekannt sind. Nur nicht die Reihenfolge.

Jeder versucht seine Meinung als beste hervorzuheben, jeder versucht sein Produkt als ideale Lösung zu präsentieren.

Wordpress als Beispiel - Hat Google keine Ahnung von Suchmaschinenoptimierung?

Ein gutes Beispiel ist Wordpress. Was ist so toll an Wordpress? Ist der Google Blogger wirklich so schlecht? Muss man Wordpress verwenden, weil Wordpress Kategorien hat und Matt Cutts sagt, dass er genau aus diesem Grund Wordpress verwendet und nicht den Google Blogger?

Ist es sinnvoller, Fremd-SEO-Plugins bei Wordpress einzusetzen, die man weder unter Kontrolle hat, noch im Regelfall analysieren kann, solange man kein PHP beherrscht? Oder ist es sinnvoller, den Google Blogger selbst so auszubauen, dass er top optimiert ist, man dabei aber weiß, was man getan hat und wie es funktioniert? Kann es gar sein, dass Google keine Ahnung von Suchmaschinenoptimierung hat und deswegen keine Kategorien in den Google Blogger integrierte? Wohl kaum.

Im Laufe der Jahre erhält man ein bestimmtes SEO-Wissen. Man kommt dabei schneller voran, wenn man nicht nach dem "Warum?" fragt, sondern Meinungen übernimmt. "Jede Seite muss mit 3 Klicks von der Domain aus erreichbar sein." - Das liest man häufig in einschlägigen SEO-Foren. Ja, aber warum denn? Das ist das, was mich seit langem beschäftigt und weswegen ich auch die PageRank-Posts begann (und beenden werde). Wobei diese Aussage "mit 3 Klicks" nicht pauschaliert werden kann. Ob es 3 Klicks oder 4 oder 5 sind, hängt vom PageRank der Domain ab.

Ist der PageRank wirklich so unwichtig, wie die Masse seit langem behauptet, weil sie es von einer kleinen Gruppe vermittelt bekam? Hatte Matt Cutts Ende 2005 Recht damit, dass der PageRank in keinem Zusammenhang mit dem damaligen Verständnis für Supplemental Results stand? (er hatte nicht Recht) Oder verständlicher: wie können alle Unterseiten bestmöglichst optimiert werden?

Was ist mit nofollow? Wie behandelt Google nofollow wirklich? Wer sagt die Wahrheit? Wird der PageRank trotz nofollow weitervererbt? Oder nur bei bestimmten Seiten, die Google freigeschaltet hat, ohne uns zu informieren?

Wie baut man wirklich eine ideale Website auf? Was muss man dabei beachten? Ist das Verständnis für den PageRank dafür erforderlich?

Am Anfang war das... Web. Und dann kam SEO und sah, dass es schlecht war...

Am Anfang gab es das Web. Informationen in Form von Qualität wurden den Menschen so zur Verfügung gestellt, wie es für die Menschen ideal und gewohnt war. Dann kam Google. Im September 1998. Google versuchte die Seiten des Webs zu analysieren, zu kategorisieren und zu klassifizieren. Google musste sich nach den Gegebenheiten des Webs richten, was für eine gewisse Zeit gut ging.

Das heutige Web ist ein Produkt der Suchmaschinenoptimierer
Im Laufe der Jahre entstanden immer mehr Suchmaschinenoptimierer und Google wurde gezwungen nachzubessern. Aus dem ursprünglichen Qualitätsweb wurde ein Web von Spam und optimierten Geschäftsprozessen. Je mehr Google nachbesserte, desto mehr zogen die Suchmaschinenoptimierer nach. Im Ergebnis ist das Web seit Jahren ein Produkt der Suchmaschinenoptimierer. Mehr nicht.

Diese Gruppe hat Google gezwungen, dass Web so werden zu lassen, wie es den Suchmaschinenoptimierern gefällt. Kreativität bei der Erstellung der Struktur von Websites ist schon lange eingeschränkt. Man konstruiert eine SEO-Kunst, aber nicht mehr eine Website, die ideal für Menschen geschaffen ist. Bestimmte Strukturen sind unzulässig geworden. Verwendet man sie trotzdem, verliert man ganz einfach. Entweder man passt sich dem an, was die Suchmaschinenoptimierer aus dem Web und Google gemacht haben, oder man spielt nicht mit in diesem großen Spiel um viel Geld und weniger um Information.

Kategorien? Wozu denn?
Und wozu jetzt Kategorien? Websites wurden immer größer. Eine Website, die aus 100 Unterseiten besteht, hat kein Problem. Aber eine Website, die aus 1 Mio. Unterseiten besteht, passt nicht in den PageRank-Algorithmus hinein. Das gab es damals nicht. Demnach mussten Kategorien geschaffen werden, damit auch die großen Websites eine Chance hatten. Nur wie tief darf die Struktur gehen? 3 - 2 - 1. Das wars. Oder 4 - 3 - 2 - 1. 5 - 4 - 3 - 2 - 1? Ja, der PageRank ist wichtig. Und wieder wichtiger als lange Zeit zuvor? Was bedeutet 3 - 2 - 1?

Eine kleine Website, die keine Kategorien verwendet, kann wesentlich stärker werden als eine große Website, die Kategorien verwendet. Ja, aber wie kann es denn sein, dass große Websites vorne in den SERPs sind? Ganz einfach, in dem man Affiliate-Programme schuf, die Backlinks in Millionenzahl lieferten und kontinuierlich neue. Dabei zählte die Qualität der Backlinks nicht mehr, sondern nur noch die Masse der Backlinks.

Oder man schuf Social News-Seiten, die ebenso unendlich viele neue Backlinks brachten.

Eigentlich ist die Schaffung des Web 2.0 mit Social News, Social Communities und Social Bookmarking nichts anderes als ein großer Linkbait. Und die Menschen erfreuen sich sogar daran, endlich Backlinks für die großen Seiten aufbauen zu dürfen, damit die Großen noch größer werden und die Reichen noch Reicher. Und den Kleinen bot man die Möglichkeit, ihre eigenen kleinen Seiten darüber mit Backlinks optimieren zu dürfen, damit keinem die Großheit der Sache auffiel.

Aber es reichen doch einige wenige gute PR-Backlinks? Ja. Das stimmt. Allerdings je größer eine Seite wird, desto weniger kann man das System kontrollieren. Um nicht ständig nachbessern zu müssen, nutzt man die höchstmögliche Anzahl von erreichbaren Backlinks in jeglicher Qualität.

Und dann stürtzen Seiten ab. Der PageRank fiel. Alle wussten einen Grund. Die einen diesen, die anderen jenen. Eigentlich aber war der Grund und die Lösung logisch:

Wenn eine Website A einen Link (oder Affiliate-Link) auf eine große Website B setzt und die Website A neu ist, dann ist das Ansehen von und das Vertrauen in Website A sehr gering bis nicht vorhanden. Warum? Weil Website A keine von extern eingehenden Links (Votes) hat. Der Linkwert eines Links von Website A ist somit extrem gering oder gar schadhaft. Ist der Anteil der eingehenden Links von Seiten wie Website A zu hoch, verliert die große Website B an Ansehen und Vertrauen und stürzt ab.

Wenn man das Prinzip andersherum betrachtet, nämlich eine Website, die massiv auf neue, wertlose Seiten ohne Ansehen und Vertrauen verlinkt, versteht man sofort den Absturz nahezu aller Artikelseiten und Webkataloge. Es gab nur einen in Deutschland, der schlauer war als alle Webkatalogbetreiber: Airport1

Fakt ist, je mehr ich von dem bei SEOs lesen muss, was niemandem weiterhilft, desto mehr Energie erhalte ich, darüber zu schreiben, was weiterhilft. Oft könnte ich an zwanzig Themen gleichzeitig schreiben, nur fehlt immens die Zeit für soviel Detailreichtum.

Fakt ist aber auch, dass ich hier, und wenn es etwas länger in der Gesamtheit dauert, nach und nach im Detail schreiben werde, wie genau eine Website aufgebaut sein muss, dass sie von vorne herein für die obersten Plätze prädestiniert ist, und welche weiteren Faktoren eine Rolle spielen und wie genau sie einzusetzen sind.

Es sei aber klar gesagt, dass viele und immer mehr Kenntnisse darüber haben, worüber sie nicht schreiben. Auch andere sind gut und je mehr Geld in einer Nische verdient werden kann, umso mehr SEOs, die gut sind, halten sich in dieser auf. Wenn man dann allerdings nicht mal mehr die Grundprinzipien beherrscht und einsetzen kann, sollte man erst gar nicht beginnen, eine Website für eine Nische zu erstellen.

Habe Geduld mit mir und abonniere den kostenfreien Feed, falls Du es nicht schon längst getan hast. Ein berühmter Mensch hat einmal gesagt:

Wer unter euch ohne Feed ist,
der abonniere den ersten Feed.





8 comments:

Stephan said...

Ich bin SEO Newbie und versuche seit einigen Monaten Informationen aus SEO Blogs zu bekommen um meine Kenntnisse auszubauen. Dazu habe ich auch 55 Feeds aboniert. Allerdings muss ich sagen, dass der Informationsgehalt der Blogs doch sehr dürftig ist. Kann also nur sagen, dass du es für mich auf den Punkt gebracht hast und endlich ausgesprochen hast, was mich schon seit einiger Zeit stört.

Flo said...

Klasse Artikel!!! Über das Thema SEO kann man sich unendlich auslassen..

Wulffy said...

stephan, danke. Das ist genau das Problem, was Dich aufhält. Die 55 Feeds... Die heutigen SEOs schreiben kaum mehr was. Zumindest nichts, was jemandem hilft, der noch nicht weit gekommen ist. Und er kommt ja auch nicht weit, weil er keine Infos erhält... Der SEO mit dem Schwanz... The long tail. Ob SEOs es nun bewusst oder unbewusst tun, kann man mit Sicherheit nicht Verallgemeinern, aber sie schützen sich davor, dass es noch mehr werden. Und wollen am Ende lediglich ihre Dienstleistungen, Software oder Membership verkaufen. Das kann nicht sein und es wird Zeit, dass immer mehr den Mund wieder lernen aufzumachen.

Wulffy said...

florian, danke, danke, danke! ;-)

Susanne said...

Toll geschrieben wie immer. Gratuliere zu Deinem super Beitrag. Hoffentlich machst Du wenigstens immer weiter!!

speyburn said...

Mit den vielen Posts, die keine wichtigen Infos beinhalten magst du ja recht haben, aber soll ein selbsternannter "SEO Newbie" wie stephan sich nun ein teures SEO-Tool kaufen, nur weil du behauptest die kostenlosen Tools bringen nichts?
Ich denke, wenn man weiß wie man die Infos aus den kostenlosen Tools nutzen kann, dann bringen die sehr viel!
Bestes Beispiel ist die Keyword-recherche. Ich würd keinen cent dafür bezahlen, weil es genügend gute Tools gibt mit denen ich die idealen Keywords finde.
Viele kostenpflichtige Tools machen dasselbe wie die kostenlosen, nur das Ergebnis wird übersichtlicher dargestellt - das krieg ich auch selbst hin.

Wulffy said...

Danke, Susanne. Schön, dass Du wieder hier warst. Ja, ich mache weiter.

Wulffy said...

Hi speyburn. Danke. Berechtigter Einwand. 95% der kostenlosen SEO-Tools bringen nichts. Ja, es ist definitiv so, dass das ein oder andere SEO-Tool sehr viel bringt, z. B. das Google AdWords Keyword-Tool. Dieses Tool wird zweckentfremdet für SEO eingesetzt, hilft aber bei Nischen kaum weiter, da nicht genügend Daten vorliegen.

Ich könnte zu diesem Thema einen eigenen Post erstellen. Machen wir es kurz:

1. Niemand braucht eine kostenpflichtige SEO-Software, solange er keine Seite betreibt, die mit der Leistung eines einzigen Menschens nicht mehr überblickbar ist.

2. Kostenpflichtige SEO-Software wertet auch viele Faktoren aus, die keine sind. Nicht wirklich.

3. Ein SEO Newbie kann mit der SEO-Software nahezu nichts erreichen, weil er die Zusammenhänge nicht kennt. (Auch nicht, wenn er sie in einem Linkbait-Preisausschreiben gewinnt.)

4. Wissen ist alles. Du hast Recht.

5. SEO-Software vermittelt kaum Wissen. Zumindest nicht soweit, dass man nach vorne kommt (und bleibt).

6. Du kannst, wenn Du die Prinzipien kennst, sogar von Hand auswerten. Es ist nicht andeutungsweise so kompliziert, wie es vermittelt wird. Ein vernünftiger Backlinkchecker und ein Tool, welches die interne Linkstruktur auswertet, reichen völlig.

Und Du würdest für das Keyword-Tool bezahlen, wenn Du hunderttausende Euro im Jahr mit Deinen Internetseiten verdienst. ;-)