Ach, waren das noch schöne Zeiten, als Mediadonis von "Hobby-SEO" sprach. Was ist nur daraus geworden. Aus einigen Menschen mit gleichen Interessen, die eine Verdienstmöglichkeit im Web suchten, wurde ein massenpsychologisches Großaufgebot der deutschen Presse, die jede auch noch so unbedeutende Nachricht als Anlass für die Verbreitung sahen. Aber keinesfalls in der potentiellen Zielgruppe, sondern verbreitet als Streuwerbung in der Masse.

Immer mehr Menschen suchten nach Verdienstmöglichkeiten im Web. Immer mehr Hobby-SEOs. Daraus entwickelte sich eine große Interessengemeinschaft, die - nicht zuletzt durch Blogs - auf sich aufmerksam machte. Eine Nische, die nicht unentdeckt bleiben sollte. Viele Menschen, die keine Perspektive mehr hatten, standen auf aus Ruinen, und verdienten Geld im Web. Geld, das sie zum Leben benötigten.

Die Zahl der Online-Medien, die über ureigentliche SEO-Themen berichteten, vergrößerte sich kontinuierlich. Ein neuer Markt entstand. Das erkannten die großen Tageszeitungen und stahlen sich ein immer größer werdendes Stück des Kuchens. SEO & Google nahm Einzug in den Massenjournalismus, der sich immer mehr zur Boulevardpresse wandelte.

Die großen Tageszeitungen litten unter Ertragsdruck. Das Interesse an fundiertem Qualitätsjournalismus schwand immer mehr, verursacht durch eine krankhafte Raffsucht nach Ad-Impressions. Die einst angesehensten Publikationen hatten nur noch eine einzige Prämisse: Renditemaximierung. Koste es, was es wolle, die Gunst der Massen zu gewinnen.

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Veni, vidi, vici - Die SEO-Blogs


SEO-Blogs berichten über Fachthemen und betreiben Fachjournalismus der zumeist professionelleren Art. Sie führen aufwendige Recherchen und Analysen durch und liefern dem Leser, gestärkt durch umfangreiches Backgroundwissen, hochwertige Informationsinhalte. Viele SEOs sind voll und ganz in ihrem Métier. Wahre Meister des Fachs.

Veni, vidi, clepsi - Die Online-Medien


Journalismus, basierend auf einem Studium im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften, ist uncool geworden. Aus Journalisten wurden Populisten und Opportunisten. Es fehlt an ausreichendem Fachwissen, sie analysieren nicht, aber sie wissen einfach. Zweckmäßigkeit wird über Grundsatztreue und Wertvorstellungen gestellt. Was jetzt noch ertragreich funktioniert, führt mit immer größer werdendem Machthunger zur gegenseitigen Zerstörung der Online-Medien, als Folge von Raffsucht und Gier. Ein Kind, welches ein derartiges Verhalten an den Tag legt, bekommt schon früh "eins auf die Finger", doch wer soll diese Arbeit bei den Erwachsenen übernehmen.

Wikipedia schreibt:
"In den vergangenen Jahren bringen Machtmissbrauch und Sensationsgier den Boulevard-Journalismus zunehmend in die Kritik."

Google, Google, Google


Aktuell ist es die Berichterstattung um Themen rund um Google. Zusammengewürfelte und oftmals verzerrte Sachverhalte werden dem Leser präsentiert. Der Presse wird nach dem Mund geredet, denn der erste Nachrichtenticker, der ein Thema veröffentlicht, wird, bis über jegliche Schmerzgrenzen hinaus, vervielfältigt:

Cuil (Suchmaschine)
und 2.230 ähnliche Artikel »*

Google Insights for Search
und 1.033 ähnliche Artikel »*
*Quelle: Google News

GoogleWatchBlog


Einen Tag lang GoogleWatchBlog sein. Wenn er auch oftmals der erste ist, der über ein Google-Thema berichtet, ist er zu klein, um mit den großen Tageszeitungen konkurrieren zu können. Wo die Quelle noch mit fundiertem Wissen berichtet, schlachten die Tageszeitungen jedes Google-Thema vollständig aus.

Alltagsbewusstsein der Bevölkerungsmehrheit


Wenn Themen wie Google zum Alltagsbewusstsein der Bevölkerungsmehrheit werden sollen, dann entscheidet der Leser nicht mehr selbst, sondern die Medien geben vor, was der Geist des Lesers aufzunehmen hat. Ob ihn Google nun interessiert oder nicht. Er hat keine Chance mehr, sich seinem eigenen Leben und seinen eigenen Interessen zu widmen, da er nur noch beschäftigt wird, ohne sich mit sich selbst beschäftigen zu können. Mit seiner Situation und Lage.

Wenn nach zwei Wochen dann das letzte Käseblatt im tiefsten Hinterland über Google Insights for Search berichtet hat, und selbst Bauer Heinrich prüft, ob er seine Schweinezucht gegen eine Rinderzucht austauschen sollte, dann hat die Presse das erreicht, was sie so ganz bewusst gar nicht erreichen wollte.

Spätestens wenn BILD als Titelstory über neue Funktionen des Google AdWords Keyword-Tool berichtet, dann wissen wir, dass alles, aber auch wirklich alles, schief gelaufen ist.

"Ne supra crepidam sutor!" kann man der deutschen Presse nur noch hinterher rufen, aber ändern wird sich nichts.

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